• Welche Kamera passt zu mir? Teil 4: Größe und Gewicht

    Größe und Gewicht deiner KameraIch erinnere mich noch heute mit einem Augenzwinkern an eine Situation in meiner Kindheit. Ich war mit meiner Mama einkaufen und sie beauftragte mich damit, ein Pfund Käse in Scheiben zu besorgen. Die kleine Susanne – ich dürfte so acht Jahre alt gewesen sein – lief also zur Käsetheke und stellte sich in die Schlange. Als ich endlich dran war, bestellte ich den Käse wie beauftragt – dachte ich zumindest. Zurück am Einkaufswagen präsentierte ich stolz das 1 Kilogramm schwere Käsepaket und blickte in zwei sehr verdutzte Augen. An diesem Tag hab ich den Unterschied zwischen Kilogramm und Pfund gelernt und dass es manchmal sogar auf 500 g ankommt. Je nach Fotoausrüstung spielen ein paar 100 g mehr oder weniger schon eine wichtige Rolle. Spätestens, wenn deine Kamera mit in den Urlaub kommt.

    Mach mal Platz da …

    Auf der Suche nach der passenden Kamera für dich stemmen wir im heutigen Blogartikel Leicht- und Schwergewichte. Aber auch auf die Größe kommt es an. Daher schauen wir, wie viel Platz du für deine Kameraausrüstung hergibst:

    Hostentasche

    Die Kamera, die du ganz locker in der Hosentasche tragen kannst, ist deine Handykamera. Es sei denn, du hast eines der großen Exemplare. Die haben ein super großes Display (auch super zum Fotos anschauen!), sind dadurch aber nicht ganz so handlich. Dennoch überzeugen smartphones der neueren Generation durch ihre ultraflache Bauweise.

    Pluspunkt Handykamera: Extrem flach und daher gut zu transportieren.

    Jackentasche

    Wie der Name es schon verrät, besticht die nächste Kameraklasse durch ihre Kompaktheit. Innerhalb dieser Klasse gibt es noch mal unterschiedliche Ausführungen von Kompaktkameras, die sich in der Größe und der Technik unterscheiden: Mini-Kompaktkameras, wasserdichte Modelle, klassische und High-End-Kompaktkamera. Sie sind alle so gebaut, dass du sie ganz locker in der Jackentasche transportieren kannst. Ob mit oder ohne Hülle liegt ganz an dir. Anstatt einer Kamerahülle trage ich meine Kompaktkamera gerne an der Handschlaufe um die Hand gebunden.

    Pluspunkt Kompaktkamere: Praktische Größe – einfach in der Hand tragen oder ab in die Jackentasche.

    Fototasche

    Bridge- oder Systemkameras lassen sich nicht mehr in der Kleidung verstauen. Für diese Kamera besorgst du dir am besten eine Fototasche, die du über die Schulter tragen oder im Rucksack verstauen kannst. Der Vorteil dieser Kamera ist, dass du weitestgehend auf Zubehör verzichten darfst, da alles nötige fest verbaut ist. Wichtig: Wenn du die Fototasche kaufst, mach das am besten im Fachgeschäft. Hier kannst du mit deiner Kamera in der Tasche den Tragekomfort unter realen Bedingungen testen.

    Pluspunkt Bridge-/Systemkamera: Kein separates Zubehör, deine Kamera passt in eine Fototasche.

    Fotorucksack

    Den Abschluss beim Platzvergleich macht die digitale Spiegelrelfexkamera. Willst du ihre technischen Möglichkeiten voll nutzen, so hast du ein mehr oder weniger umfangreiches Repertoire an Zubehör. Hierfür reicht eine einfache Fototasche nicht mehr aus. Um die Kamera, Objektiv(e), Batteriegriff und/oder Stativ auch über einen längeren Zeitraum bequem tragen zu können, kannst du das am besten in einem Fotorucksack. Eine Schultertasche belastet deinen Rücken einseitig und ist auf Dauer unbequem. Mit einem kleineren Objektiv lässt sich ein Gerät dieser Kameraklasse ganz gut über einen Neopren-Gurt um den Hals tragen.

     Pluspunkt: Hohe Flexibilität bei deiner Aufnahme durch diverses Zubehör.

    Darf´s ein wenig mehr sein?

    1 1/2 Tafeln Schokolade

    Lege zwei Tafeln Ritter Sport in deiner Lieblingssorte (meine ist aktuell Salz und geröstete Mandeln) vor dich auf den Tisch. Öffne eine Packung und esse eine halbe Tafel. Dann nimmst du die 1,5 Tafeln Schoki in die eine Hand und in die andere dein Handy. Du wirst kaum einen Unterschied im Gewicht festsstellen.

    Smartphones mit integrierter Kamera wiegen zwischen 120 g und 180 g. Das macht Handykameras zum absoluten Fliegengewicht. Das ist wohl der Grund, weshalb ich dass ich das Handy in der hinteren Hosetasche steckend die ganze Wohnung absuche, bis ich merke, wo es sich versteckt hat!

    PS: Jetzt darfst du den Rest der Schokolade vernaschen …

    1 Päckchen Butter

    Etwas mehr auf die Waage bringen es Kompaktkameras mit 150 – 200 g. Dafür Schmelzen sie nicht so schnell in der Sonne, wie die Päckchen Butter. Im Vergleich zu smartphones sind viele Bauteile aus Metall. Das macht sie nicht viel größer als die Handykamera. Allerdings schlägt sich das im höheren Gewicht nieder.

    10er Karton Eier

    Die Bridge- und Systemkameras sind mit einem festinstallierter Objektiv ausgestattet. Daher liegen sie im Gewichtsvergleich der Kameras an der Spitze. Mit ca. 800 g wiegen sie in etwa so viel, wie eine große Packung mit Eiern. Dennoch sind sie nicht mehr oder weniger empfindlich, was den Transport angeht. Für die Tasche selbst kannst du noch einmal ein paar 100 g dazurechnen.

    2 Beutel Kartoffeln

    Die Kamera, der sogenannte „Body“, einer digitalen Spiegelreflexkamera wiegt etwa 500 – 600 g. Mit dem Body allein kommst du jedoch nicht weit. Mit Objektiven, Batteriegriff mit großem Akkufach für lange Fotosessions, externem Blitz oder auch einem Stativ bringst du für deine komplette Kameraausrüstung schnell ein paar Kilos auf die Waage. Hier siehst du im Detail, wie sich das Zubehör auf dem Gewichtskonto verteilt:

    Zubehör digitale Spiegelreflexkamera

    Akku

    30 g kleine Akkus
    80 g große Akkus

    Batteriegriff

    Ca. 150 g (zzgl. Gewicht von 2 Akkus)

    Ladegerät

    Ca. 200 g

    Objektiv

    Ab 200 g, schnell bei 1 kg oder mehr

    Fototasche / Fotorucksack

    Ab 500 g / ab 1 kg

    Fotostativ

    Ca. 1 kg

    Du siehst, allein schon die Basisausstattung zur digitalen Spiegelreflexkamera überschreitet schnell die 5 kg-Marke. Und ob du auf deiner Reise mit zwei Sack Kartoffeln umherlaufen willst (bequem auf dem Rücken, aber trotzdem …), darfst du selbst entscheiden.

    Halte deine Erkenntnisse fest

    Welche Kamera passt zu mir - Größe und GewichtWillst du deine Bewertung der Größen- und Gewichtskriterien festhalten? Dann nutze dieses Notizblatt, dass ich für dich erstellt habe: Welche Kamera passt zu mir? – Größe und Gewicht Im Laufe der Blogreihe werde ich alle relevanten Kriterien hierin ergänzen. Du kannst deine individuellen Anforderungen an deine neue Kamera hierin dokumentieren. Wenn es soweit ist und du eine neue Kamera kaufen möchtest, hast du alles Nötige zusammen.


    Hier geht es zu Teil 1 der Blogreihe Welche Kamera passt zu mir? – Teil 1

    Hier geht es zu Teil 2 der Blogreihe Welche Kamera passt zu mir? – Teil 2: Zeit

    Hier geht es zu Teil 3 der Blogreihe Welche Kamera passt zu mir? – Teil 3: Kameraklassen


    Fazit

    Nur wenn du dir große Mühe gibst, wirst du eine vollständige Fotoausrüstung in deinen Hosen- und Jackentaschen verstauen können. Und von Bequemlichkeit dürfen wir in diesem Moment wohl nicht sprechen. Auf der Suche nach der richtigen Kamera sind für dich die Punkte Gewicht und Größe entscheidend. Finde daher dein individuelles Verhältnis zwischen Platzangebot, Tragekomfort (Gewicht) und den technischen Anforderungen an deine Fotos (Qualität). Mit dem Thema Bildqualität werden wir uns im kommenden Beitrag aus der Blogreihe „Welche Kamera passt zu mir?“ beschäftigen. Bis dahin halte in der Liste fest, wie viel Platz du für deine Kamera hergibst und wie viel Gewicht für dich noch passt.

    Viele große, leichtfüßige Grüße schickt dir,

    deine

    Susanne Kumm

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