• Sei ganz du selbst!

    Sei ganz du selbst!Vor meinem Fenster lässt ein kühler Wind gelbe Blätter in der Luft umher tanzen. Der Sommer hat sich längst verabschiedet und ich träume von meinem nächsten Urlaub. Ich klicke mich durch Google Maps quer über den Kontinent und suche die Antwort auf die Frage „Wohin geht die nächste Reise?“. Ende des Jahres wollen mein Mann und ich verreisen. Ich frage mich, woran wir eigentlich erkennen, welches Reiseziel am besten zu uns passt? Sind es harte Fakten wie Jahreszeit, Wetter, Reisebudget oder was ist uns noch so wichtig?

    Im heutigen Blogartikel stellen wir uns sechs entscheidende Fragen in der Reiseplanung. Ich geh dabei von mir aus und eins kann ich dir jetzt schon verraten: Eine Sache hat mich total überrascht und war mir im ersten Moment etwas peinlich. Aber was soll`s …

    Die Art zu reisen

    Jede der Formen, wie man reisen kann, hast du sicherlich schon erlebt: Mit deinem Partner (und den Kids), mit Freunden oder auch ganz allein mit dir. Erinnerst du dich zurück, geht es dir sicher wie mir: Jede Reiseform hat ihre ganz besonderen Vorzüge. Jede Entscheidung selbst treffen zu können, jeden Weg nehmen, der einem vor die Füße kommt oder auch ganz besondere Momente der Ruhe genießen. Das erlebst du, wenn du allein unterwegs bist. Neues mit deinem Partner zu entdecken oder zusammen in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen, berührt dich auf eine ganz andere Art. Mit Freunden zu reisen wiederum ist die Gelegenheit für stimmungsvolle Tage, da man sich im Alltag immer nur für ein paar Stunden sieht oder den anderen nur via Telefon über aktuelle Geschehnisse informiert.

    Die erste Frage vor deiner Reise lautet demnach:

    Frage 1: Mit wem möchte ich verreisen?


    Sprache

    Einer meiner Lieblingsfilme ist „Lost in Translation“

    Auch wenn es in dem Film eher um die wichtigste Reise seines Lebens geht (darüber habe ich hier schon mal geschrieben), finde ich es sehr gelungen, wie man an Kultur- und Sprachbarrieren hängen bleiben kann und wie man dort am besten wieder herauskommt. Um ein Land entdecken zu können, finde ich es sehr nützlich, die Landessprache zu verstehen. Zumindest ein Sprachführer oder eine gemeinsame Sprache wie Englisch können einen hier schon sehr weit bringen. „Quisiera dos cervezas” habe ich mir zum Beispiel in meinen Reiseführer für Barcelona geschrieben. Auch wenn das Glas spanischer Rotwein dann doch besser geschmeckt hat!

    Die zweite Frage könnte also lauten:

    Frage 2: Wie kann ich mich in dem Reiseland verständigen?


    Kultur

    Nicht nur die Sprache kann in meinem Wunschreiseland anders sein, oft trifft man auch auf andere Kulturen. An heiligen Festen oder wichtigen Stätten wie Kirchen oder Friedhöfen ist es für mich selbstverständlich, mich anzupassen. In meiner Urlaubsvorbereitung achte ich daher auch auf Dinge wie landestypische Kleidung, Feiertage oder Ess- und Trinkgewohnheiten. Auch wenn es 40°C im Schatten hat, habe ich Verständnis dafür, dass ich den Petersdom mit bedeckten Schultern und Beinen betrete. Genauso habe ich in Tansania während des Ramadan nicht in der Öffentlichkeit getrunken oder gegessen.

    Mich hier anzupassen empfinde ich als eine große Wertschätzung gegenüber der Menschen vor Ort. Dabei mache ich auch immer wieder die Erfahrung, dass diese Wertschätzung mit Offenheit und Herzlichkeit erwidert wird.

    Frage Nummer drei könnte daher sein:

    Frage 3: Wie anpassungsfähig bin ich im Hinblick auf die Kultur meines Reiseziels?


    Klima

    Eine Bekannte von mir ist eine absolute Sonnenanbeterin. Ihre Augen funkeln jedes Mal, wenn sie von den unzähligen Sommern auf Sardinien erzählt: Die Wanderungen bei sengender Hitze, die erfrischenden Bäder im Meer und den langen Mittagspausen, in denen man sich maximal für die Eiswürfel im Kühlschrank bewegt. Für sie ist ganz klar, dass ihre Urlaube in den Süden gehen und der Spaß erst jenseits der 30°C beginnt. Mit einem dreiwöchigen Kanadaurlaub mit Schneeschuhwanderungen nie einen Gefallen tun – nicht mal für geschenkt.

    Ich recherchiere daher immer, wie die Bedingungen im Hinblick auf Sonne, Luftfeuchtigkeit und Temperaturen in dem Reiseland sind (zum Beispiel auf dieser Seite). Das ist nicht nur nützlich bei der Wahl der Kleidung, sondern ich schenke mir damit auch Aufmerksamkeit, damit es mir auf Reisen auch gut geht.

    Die Antwort auf die vierte Frage darfst du jetzt herausfinden:

    Frage4: Fühle ich mich in dem Klima meines Urlaubsorts wohl?


    Fototauglichkeit

    Als passionierte Hobbyfotografin darf dieses Thema natürlich nicht fehlen! Ich beschäftige mich schon im Vorfeld einer Reise damit, welche Motive später mein Reise-Fotobuch schmücken werden. Ich frage mich: Wie abwechslungsreich ist das Land, dass ich besuche? Je nach Dauer der Reise, packe ich auch eine unterschiedliche Fotoausrüstung ein: Die Handykamera für den Wochenendtrip, die Digitalkamera auf längeren Reisen. Meine komplette DSLR-Ausrüstung mit allem Zubehör nehme ich hingegen nur mit, wenn sich der Aufwand lohnt und ich genügend Zeit für das Fotografieren einplane.

    Frage Nummer fünf lautet daher:

    Frage 5: Wie kann ich meine Erinnerungen der Reise am besten festhalten?


    Neues vs. Bekanntes

    Kommen wir zu dem Punkt, der mich selbst total überrascht hat: Wie viel Neues vertrage ich auf einer Reise? Bisher dachte ich, ein Reiseland kann nicht aufregend genug sein für mich. Pustekuchen! Bei meiner aktuellen Reiseplanung habe ich mich dabei erwischt, wie ich sehr zielstrebig nach bekannten Dinge geschaut habe: Wenn wir eine Fernreise in ein fremdes Land machen, liegt vielleicht eine Stadt auf dem Weg, in der ich schon mal war? Können wir irgendwo auf dem Weg Freunde oder Bekannte besuchen? Hat mir irgendjemand mal empfohlen: „Da solltest du unbedingt für ein paar Tage halt machen, weil da xy besonders toll ist!“

    Ich habe also erkannt, dass ich nicht so frei und unabhängig bin, wie ich es vielleicht von mir gedacht habe. Selbst die Alternative „Winterurlaub in den Bergen“ hat sich zwischenzeitlich zu der Idee einer Fernreise in meinen Kopf gesetzt. Jetzt freue ich mich allerdings über die Entdeckung, denn: Ich bin ganz ich selbst, auch auf Reisen. Und wenn ich einen Teil brauche, der mir eine Art von Geborgenheit und Sicherheit vermittelt, dann kann ich das voll und ganz annehmen.

    Nimm dir also auch Zeit für die wichtige, sechste Frage:

    Frage 6 : In welches Verhältnis setze ich Neues und Bekanntes, damit die Reise für mich weder Langeweile noch Stress bedeutet?


    Fazit

    Alle sechs Fragen würde ich unter diesem Stichwort zusammenfassen: Anschlussfähigkeit. Egal ob im Hinblick auf Sprache, Kultur oder noch Unbekanntes, eine Reise sollte zu dir passen. Nur weil die Überschrift „Urlaub“ lautet, machen wir aus einem begnadeten Skifahrer keinen Sonnenanbeter in Badehose. Wer die frische Luft um die Nase liebt, sollte sich nicht auf eine tropische Regenwaldtour begeben, sondern in die Berge oder ans Meer. Je besser wir uns selbst und unsere Vorlieben kennen, desto entspannter können wir reisen. Die einzige Ausnahme: Wenn der Abenteurer in uns erst noch geweckt werden muss, dann nichts wie raus aus der Komfortzone.

    Nach welchen Kriterien entscheidest du dich für deine neue Reise? Wo hast du dich mal überschätzt? Welche neue Seite hast du vielleicht mal durch jemand anderen entdeckt? Ich freue mich über deinen Kommentar unter diesem Blogbeitrag!

    Ganz liebe Grüße,

    deine

    Susanne Kumm

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