• Schreib Geschichte!

    ReisetagebuchAls Kind hab ich unzählige Versuche gestartet, Tagebuch zu schreiben. Irgendwie ist mir das nie dauerhaft gelungen. Vom Prozess habe ich alles richtig gemacht: hübsches Buch besorgt und jeden Abend losgeschrieben. Spätestens nach einer Woche hatte ich aber keine Lust mehr. Heute weiß ich, dass ich mich nie entscheiden konnte, was ich denn reinschreiben soll und vor allem, was nicht. Es hat also einfach viel zu lange gedauert, bis ich fertig war. In der NLP-Welt würde man mich als typischen Detailsortierer bezeichnen. Das bedeutet, ich lege großen Wert auf Kleinigkeiten und nehme wahnsinnig viel in Situationen war. Für meine Tagebuchversuche hieß das, ich konnte nie entscheiden, was ich weglassen sollte. Nur einen Teil meines Tages festzuhalten, kam mir nicht mal annähernd in den Sinn.

    Wenn aus Worten Schätze werden

    Hin und wieder las mir meine Schwester etwas aus ihrer beachtlichen Tagebuchsammlung vor. In diesen Momenten erkannte ich den wahren Wert jeder einzelnen Seite. Nach einer gewissen Zeit zu lesen, was man erlebt, gedacht oder im Moment des Aufschreibens noch nicht wusste, empfinde ich nach wie vor als einen riesigen Schatz. Mittlerweile habe ich meine Art des Tagebuchschreibens gefunden: Ich gestalte persönliche Jahrbücher und von jeder Reise ein Fotobuch. Das ist für mich die ideale Art, meine Erinnerungen festzuhalten und sie immer wieder genießen zu können.

    Ein Reise-Fotobuch mit Bildern zu bestücken ist die perfekte Basis. So richtig interessant, spannend oder auch lustig wird es vor allem dann, wenn die eigenen Fotos noch mit Texten, Namen oder Erlebnissen beschrieben werden. Ich weiß nicht, wie es dir geht, ich habe spätestens nach ein paar Tagen zu Hause wieder viele Details vergessen, die ich im Urlaub noch hätte runter beten können. Daher schreibe ich seit einigen Jahren wieder ein klassisches Reise-Tagebuch.

    Für Nostalgiker: Klassisches Tagebuch

    Schreiben, so richtig mit Stift und Papier? Macht man das heute noch? Erste Frage: Wer ist „man“? Zweite Frage: Wie schaffst du es, dir die ganzen Infos zu merken? Für mich ist das klassische Reise-Tagebuch ideal. Ich habe einen kleinen Block in meinem Reisegepäck und einen Kuli. Ich beginne meistens schon zu Reisebeginn mit der Dokumentation. Parallel halte ich dann die für mich wichtigen Dinge und Ereignisse mit meiner Kamera fest.

    Für Schreibfaule: Sprachnotizen

    Du kannst deine eigene Handschrift nicht lesen oder hast einfach keine Lust auf Schreiben? Wenn du dein smartphone immer in der Tasche hast, dann probiere mal die Sprachnotiz-Funktion aus. Wie bei einem alten Diktiergerät kannst du hier deine Gedanken, Infos und Erlebnisse festhalten. Die gespeicherten Sprachmemos kannst du anschließend umbennen und so behältst du auch bei vielen kleinen Aufnahmen den Überblick.

    Für Social-Media-Fans: Whatsapp-Gruppe

    Gehörst du zu den Urlaubern, die gerne mal ein Foto an die Daheimgebliebenen senden? Am schnellsten geht das über whatsapp. Ein weiterer Vorteil, dass hier im Gegensatz zu facebook, instagram usw. so ziemlich alle aus der Familie angemeldet sind. Anstrengend wird es mit dieser App, wenn man mehreren Kontakten die gleiche Nachricht (Foto und Text) schickt. Nutze doch einfach mal die Gruppenfunktion. Hier lädst du zu Beginn deiner Reise all die Menschen ein, die dich begleiten dürfen. Teilst du eine Nachricht oder ein Foto mit Gruppe, sehen alle Gruppenmitglieder gleichzeitig wo du gerade bist und was du entdeckt hast. Am Ende deiner Reise hast du außerdem eine prima Reisedoku auf deinem smartphone.

    Weiterführende Links für whatsapp:

    Einrichten einer whatsapp-Gruppe

    Infos zu allen Gruppen-Funktionen bei whatsapp

    Für Navigatoren: Landkarte

    Wenn du einen Reiseführer oder eine Landkarte auf deinen Touren dabei hast, kannst du hier ganz einfach deine Strecken und Haltepunkte einzeichnen. Notizen machst du dir am Seitenrand oder auf den letzten Seiten im Buch.

    Ja, was soll ich denn aufschreiben (einsprechen)?

    Es sind deine Notizen, so weißt du selbst auch am besten, was dich später interessiert und woran du dich auf jeden Fall erinnern möchtest. Typischerweise schreibe ich in mein Reisetagebuch:

    Wie heißt der Ort, den ich besucht habe?

    Wie ist der Name des Lokals, in dem ich so gut gegessen habe?

    Wie heißt der nette Kellner, der uns am Abend bedient hat?

    Wie spät war es (Ortszeit), an dem du das erste Mal einen Fuß in dieses Land gesetzt hast?

    Und so weiter …

    Eine Seite in meinem Reisetagebuch nenne ich Stimmungsbild. Hier notiere ich mir Dinge, die mich persönlich berührt haben, mich beschäftigen oder witzige Fakten, die ich gerne später noch einmal lesen möchte. Du bist an einem besonderen Ort, dann notiere dir doch mal:

    Was hast du gehört?

    Was hast du gerochen?

    Was war dein erster Gedanke?

    Welche Fragen oder Ideen gingen mir auf der Reise durch den Kopf?

    Wie geht es mir heute?

    Ein besonderer Tipp

    Ganz egal, für welche Form des Reise-Tagebuchs du dich entscheidest, halte jeden Tag deine Erinnerungen fest. Ich schaffe das, in dem ich ein Ritual einführe. Mindestens jeden Abend notiere ich mir die Highlights des Tages. Meistens schreibe ich auch schon beim Mittagessen oder einer Pause zwischendurch ein paar Dinge auf. So gelingt es mir jedenfalls, dran zu bleiben. Beim Schreiben denk ich außerdem immer an den Moment, wie ich mir später die Notizen noch einmal durchlese und gedanklich wieder auf Reisen gehe. Die wichtigsten Infos übertrage ich nach meinem Urlaub in mein Reise-Fotobuch. Hier schmücken sie meine schönsten Erinnerungen und aus einer Reise ist wieder ein neuer Schatz entstanden.


    Fazit

    Erinnerungen sind ganz besondere Geschenke in unserem Leben. In ihnen können wir abtauchen, Halt finden und uns jederzeit wieder auf Reisen begeben. Ich für mich habe mit einem Reise-Tagebuch eine gute Möglichkeit gefunden, Informationen mit Erlebnissen zu verbinden. Ich erinnere mich so an die Dinge, die ich gesehen und besucht habe. Wenn ich abends meine Gedanken niedergeschrieben habe, ist mein Kopf frei und am nächsten Tag ist wieder genug Platz für alles Neue. Schon heute sind Reise-Tagebücher wertvoll für mich. Ich habe jedoch das Gefühl, dass ihr Wert mit jedem Jahr weiter steigt. Ein Reise-Tagebuch ist also eine prima Investition in die Zukunft!

    Welche Erfahrungen hast du mit Tagebüchern? Schreibst du dir im Urlaub ein paar Dinge auf? Wie erinnerst du dich an all die Namen, Daten und Orte? Schreibe mir einen Kommentar am Ende des Blogartikels. Ich freue mich, hierüber mit dir in Kontakt zu kommen!

    Denke dran: Wer schreibt, der bleibt!

    Herzliche Grüße,

    deine

    Susanne Kumm

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