Erreiche den Gipfel deines Fotobergs

Gipfel_ID-100296486Wie hoch schätzt du die durchschnittliche Ausschussquote eines Hobbyfotografen nach seinem Urlaub?

10%, 20% oder 50 %? In vielen Fotoforen im Internet wird eine Ausschussquote von 90 % oder mehr beschrieben. Ja, du hast richtig gelesen, nur etwa 1 von 10 Bildern wird später tatsächlich angeschaut oder gezeigt.

Überrascht dich diese Zahl? Also ich habe darüber ziemlich gestaunt. Wenn ich jedoch schaue, wie viele Fotos ich zum Teil aussortiere, komme ich an ähnliche Zahlen.

Was ich dir im 2. Schritt der Reihe „6 Schritte, wie du Ordnung in deine Fotos bekommst“ (hier ist übrigens Schritt 1) zeigen möchte, ist ein bewusster Blick auf die Bilder, auf die es ankommt. Kurz gesagt: Konzentriere dich beim Aussortieren auf die Fotos, die dir wirklich gefallen. Finde die Bilder, die deine Reise in besonderer Weise widerspiegeln. Alle anderen lenken ab oder schlimmer: Sie sorgen dafür, dass du dir die Bilder überhaupt nicht auschaust. Wer will schon 500 Fotos oder mehr durchklicken?

Ich höre gerade deine Stimme im Kopf „Ich habe aber so viele Fotos gemacht, da brauche ich ja Stunden, um die besten zu finden. Die Zeit habe ich gar nicht!“. Wenn du jetzt einen Berg an Fotos von deinem letzten Urlaub vor dir siehst, kann ich ihn dir leider nicht kleiner machen. Zeit kann ich dir auch nicht schenken. Ich kann dir aber den Weg zeigen, wie du den Gipfel deines Fotobergs mit Leichtigkeit erreichst. Diese drei Schritte helfen dir dabei:

  1. Nutze ein Programm, mit dem du effizient arbeiten kannst.
  2. Gehe beim Aussortieren systematisch vor.
  3. Vertraue auf dein Bauchgefühl.

Punkt 1 – Das Programm

Da ich nicht weiß, welches Programm du verwendest, beschreibe ich dir am besten meins. Ich nutze Irfanview. Das ist ein kostenloses Bildbetrachtungsprogramm für Windows. Einfache Bearbeitungen der Fotos sind sogar auch möglich (hierzu an anderer Stelle mehr). Über den Vollbildmodus kann ich einfach über die Pfeiltasten (links / rechts) alle Bilder im ausgewählten Ordner anschauen. Mit der Entfernen-Taste kann ich ein Foto direkt löschen. Das ist mein wichtigstes Handwerkszeug hinauf zum Gipfel meines Fotobergs.

Punkt 2 – Die Vorgehensweise

Was meine ich mit systematischer Vorgehensweise? Nachdem ich meine Fotos auf den Rechner geladen habe, liegen sie unsortiert in einem Ordner z.B. „2014 Urlaub Frankreich“. Davon mache ich gleich eine Kopie „2014 Urlaub Frankreich original“. So habe ich eine Sicherung, falls ich versehentlich etwas lösche. Über Irfanview öffne ich den ersten Ordner und gehe alle Fotos durch – mehrmals. Bei jedem Durchlauf betrachte ich die Bilder unter einem bestimmten Gesichtspunkt. Die Reihenfolge ist egal, aber diese hat sich für mich bewährt:

  1. Verwackelte Fotos Alle, die nicht scharf sind, werden gelöscht.
  2. Fehlauslöser löschen.
  3. Über-/Unterbelichtete Fotos, die „nicht mehr zu retten“ sind, werden ebenfalls entfernt. Lediglich im unkomprimierten RAW-Format kann man nachträglich im Bildbearbeitungsprogramm nachhelfen. Hierzu schreibe ich dir später einen anderen Blogbeitrag.
  4. Doppelt und dreifache Fotos. Hier entscheide ich mich für eins – ja, nur eins! Und zwar für das, was mir am besten gefällt.
  5. Jetzt rückt der Fotoinhalt näher: Welcher Bildaufbau passt nicht? Wo ist etwas abgeschnitten? Es fällt dir jetzt schon leichter, die Entfernen-Taste zu drücken. Du kommst dem Gipfel immer näher!

Vielleicht fallen dir noch weitere Punkte ein. Auf jeden Fall hast du nach 4 / 5 Durchläufen auch schon ein Gefühl für die Verteilung der Aufnahmen. Sind Orte dabei, die unverhältnismäßig viele Fotos zeigen (im Vergleich zu anderen Tagen / Ausflügen)? Du kannst dir überlegen, ob du ein ausgewogenes Verhältnis herstellen willst.

Punkt 3 – Dein Bauchgefühl

Hier möchte ich deinem Bauchgefühl mehr Aufmerksamkeit schenken. Beobachte dich, was in dir vorgeht, wenn du deine Fotos anschaust. Was ist der erste Impuls, der in dir hochkommt. „Oh, schön!“, „Ach ja, das war …“ oder vielleicht auch „nee, da kommt nichts rüber“, „langweilig“. Wenn es dir gelingt, auf diese Impulse zu hören, wird es dir leichter fallen, Fotos zu behalten oder zu entfernen.

Wichtig ist nämlich die Frage: Was möchtest du, wenn du den Gipfel deines Fotobergs erreicht hast? Du möchtest nicht viele, sondern die schönsten Bilder deiner Reise sehen. Den übrigen Balast hast du auf dem Weg nach oben abgeworfen. Du genießt nun den Blick auf deine Auswahl. Jetzt hast du Freude beim Anschauen und zeigen deiner Fotos.


Fazit

Du hast Fotos deiner letzten Reise auf dem Rechner. Suche dir ein Programm, mit dem du diese einfach anschauen kannst und eine simple Löschfunktion bereit steht. Schaue dir die Fotos in mehreren Durchläufen an. Lösche die, die deinen persönlichen Kriterien nicht entsprechen. Höre dabei auf dein Bauchgefühl, es leitet dich bei deinen Entscheidungen.

Wie erklimmst du deinen Fotoberg? Welche Programme verwendest du? Fallen die Entscheidungen, Fotos zu löschen schwer oder machst du das mit links? Ich freue mich über dein Kommentar.

Beitragsfoto: www.freedigitalphotos.net | jesadaphorn

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