23 Wege, wie du deine Urlaubsfotos verlierst

Fotos sichern, Datensicherung

Wir leben in einer Welt, in der unsere Technik großes Vertrauen genießt. Ganz selbstverständlich legen wir Daten, Bilder und Erinnerungen auf Laptop, Smartphone und Co. ab. Aber was ist, wenn sie uns mal im Stich lässt? Das wollen wir uns gar nicht vorstellen, oder? Heute wollen wir aber genau dort hinschauen. Du kannst schnell in eine der 23 folgenden Situationen kommen. Ich zeige dir, wie du dich vor solchen Situationen schützen kannst. Für das sensible Thema „Datenschutz“ habe ich außerdem einen Experten konsultiert. Peter Suhling ist von Berufswegen her Datenschutzbeauftragter und gibt als heutiger Co-Redakteur ein paar wichtige Hinweise. Zu guter Letzt stelle ich ein Tool  vor, mit der man ganz einfach und regelmäßig seine Daten sichert.

So schnell gehen dir Urlaubsfotos verloren:

  1. Du drückst versehentlich die Entfernen-Taste.
  2. Dein USB-Stick geht verloren.
  3. Deine CDs / DVDs sind defekt.
  4. Deine Kaffeetasse fällt um.
  5. Dein Gerät wird nicht erkannt.
  6. Dein Rechner verabschiedet sich für immer.
  7. Deine Sicherung war irgendwo – aber wo?
  8. Deine CDs machen Bekanntschaft mit einer Schere.
  9. Deine Waschmaschine macht aus dem Keller einen Poolbereich.
  10. Du ziehst um.
  11. Die Festplatte macht Bekanntschaft mit deinem Fliesenboden.
  12. Dein Hausnetzwerk bekommt Besuch von einem Blitz.
  13. Dein Laptop wird geklaut.
  14. Dein Cloud-Dienst geht pleite.
  15. Du überschreibst irrtümlich eine Datei.
  16. „Sind Sie sicher, dass Sie diese Datei in den Papierkorb verschieben wollen?“
  17. Dein Backup ist gar kein Backup.
  18. Eine falsche Person kennt deine Passwörter.
  19. Das Feuer zu löschen, war wichtiger.
  20. Jemand macht einen großzügigen Frühjahrsputz auf dem Rechner.
  21. Ein Schadprogramm beschädigt oder löscht Daten.
  22. Jemand legt einen Magneten auf deine Festplatte.
  23. Ich dachte, du hast die Fotos auf den Rechner kopiert?!

Was bei Unternehmen seit Jahren gang und gebe ist, findet sich in privaten Haushalten selten. Warum legen so wenige eine Datensicherung an? Aus meiner Sicht liegt es daran, dass viele denken, es wäre aufwändig. Dabei ist der Anfang schnell umgesetzt! Das Geheimnis ist, wenn es leicht zu erledigen ist, wirst du regelmäßig deine Daten sichern, stimmt´s? Lass uns heute die häufigsten Fragen rund um Datensicherung klären:

Welche Daten soll ich sichern?

Angenommen, du würdest von heute auf morgen ALLE Daten deines Rechnern verlieren – auf welche Art auch immer: Was würdest du vermissen? Im ersten Moment scheint die Antwort „Alles!“ zu sein. Aber welcher Verlust wäre wirklich schmerzlich für dich?

Bei mir sind es neben allen geschäftlichen Dokumenten meine Fotos. Ich habe vor einigen Jahren selbst meinen Laptop verloren. Alle Daten der letzten Monate waren weg. Auch die Bilder meiner letzten beiden Reisen. Wenigsten gab es eine Sicherung von vor einem halben Jahr. Frage dich also, welche Daten dir besonders wichtig sind. Neben deinen Urlaubsfotos und Videos können das Zeugnisse, wichtige E-Mails oder Dokumente sein.

Wenn du deine Fotos auch in Sicherung und Auswahl organisierst, wie ich es dir hier beschrieben habe, kannst du dir nun überlegen, welche der Ordner du zusätzlich sichern willst. Hast du keine Beschränkung beim Speicherplatz, empfehle ich dir, den Sicherungsordner mit allen Bildern zu sichern. Bist du dir mit deiner Auswahl sehr sicher, sind also die schönsten Aufnahmen ausgewählt, reicht dir es möglicherweise, den Auswahlordner zu sichern. Auch Verzeichnisse mit wichtigen Dokumenten könnten in der Sicherung berücksichtigt werden.

Wie regelmäßig soll ich meine Daten sichern?

Wenn wir bei den Urlaubsfotos bleiben, ist diese Frage leicht zu beantworten: Am besten nach jeder Reise. Ich plane mir nach jeder Reise einen Ankommtag ein. An diesem Tag überspiele ich meine Fotos auf den Laptop. So sind meine Erinnerungen nicht mehr nur auf der Speicherkarte meiner Kamera, sondern schon ein weiteres Mal in meinem Fotoverzeichnis.

Für andere Daten wie persönliche Dokumente, Bilder, Videos oder E-Mails überlegst du am besten, wie häufig sich etwas ändert. Dann weißt du, ob eine monatliche, wöchentliche oder vielleicht sogar tägliche Sicherung für dich geeignet ist. Vielleicht hält dich nur eine einfache Methode davon ab? Dann freut es dich sicher zu lesen, dass ich dir noch ein kleines Programm vorstelle. Das hilft dir, deine gewünschten Verzeichnisse mit einer externen Festplatte zu synchronisieren. Vorher stellen wir uns aber noch eine andere Frage:

Wohin speichere ich meine Daten?

Zum Speichern von Daten eignen sich verschiedene Medien:

  • USB-Sticks,
  • NAS-Geräte,
  • CDs oder DVDs,
  • Cloud-Dienste oder
  • Externe Festplatten

USB-Sitcks gehen leider häufig kaputt. Das Einrichten eines NAS-Systems benötigt einiges an technischem Wissen und ist auch teurer, als externe Festplatten. CDs und DVDs beschränken dich in der Datenmenge.

Das Nutzen von Cloud-Diensten ist einfach und kostenlos, denn du benötigst keine eigene Hardware. Die Daten liegen jedoch auf fremden Servern. Nutzt du einen Cloud-Dienst, dann achte darauf, keine unternehmensinternen Daten in eine private Cloud zu laden. „Wer zu Hause einen Firmenrechner nutzt, sollte unbedingt auf die Richtlinien achten, die er vorher unterschrieben hat. So erspart man sich eine Abmahnung oder im schlechtesten Fall eine Kündigung.“, meint mein heutiger Co-Redakteur Peter Suhling.

Wenn du dies berücksichtigst, informiere dich bei verschiedenen Anbietern wie Dropbox, Google Drive, Box, Apple iCloud oder Microsoft OneDrive über die Konditionen. Viele Anbieter stellen kostenlos zwischen 2 und 10 GB Speicherplatz zur Verfügung.

Aus meiner Sicht ist eine sichere, günstige und dennoch einfache Variante der Einsatz von externen Festplatten. Ideal für den Beginn deiner Datensicherung. Sie werden über eine USB-Schnittstelle an den Rechner geschlossen. Über Kopieren und Einfügen können die Daten übertragen werden. Der Preis für externe Festplatten wird häufig in Preis je Gigabyte (GB) oder Terabyte (TB) angegeben. Zur Orientierung für dich: aktuell liegt der Preis bei etwa 40 € je TB.

Vielleicht interessiert dich, wie du deine Datensicherung auf breitere Füße stellen kannst. Kombiniere einfach verschiedene Systeme. Peter Suhling empfiehlt seinen Kunden verschiedene Medien parallel zu nutzen: „Im Fall von Feuer- oder Wasserschäden, Blitzeinschläge oder Diebstahl kann man so immer noch auf eine andere Sicherung zurückgreifen:

  1. Daten kurzfristig auf einem verschlüsselten USB-Stick speichern, zum Beispiel mit dem kostenlosen Tool Truecrypt,
  2. Daten auf einer externen, verschlüsselten Festplatte sichern, die regelmäßig außerhalb des Hauses aufbewahrt wird und
  3. Nutzen eines Cloud-Dienstes, bei der die Daten auf dem Transportweg und in der Cloud verschlüsselt abgelegt werden, wie boxcrypter beispielsweise.“

Wie richte ich eine Datensicherung ein?

Du kannst deine Daten auf eine externe Festplatte kopieren. Auch das speichern von Fotos in einen Cloud-Dienst-Verzeichnis ist recht einfach. Der Nachteil bei manuellem Kopieren und Einfügen ist, dass du immer genau wissen musst, welche Ordner du sichern willst.

Ich habe nach einer kostenlosen Lösung gesucht, mit der ich meinen Rechner und eine externe Festplatte synchronisieren kann. Und zwar ohne viel Aufwand. Ich habe die kostenlose Software FreeFileSync für mich entdeckt. Nach der Einrichtung erspart es dir unglaublich viel Zeit. Ein Klick – Synchronisieren – fertig. Du kannst damit natürlich alle deine gewünschten Ordner und nicht nur Fotos auf externe Medien synchronisieren. Klingt das nicht prima?

Damit du noch heute damit starten kannst, gibt es hier eine Anleitung für FreeFileSync.

Mein heutiger Co-Redakteur Peter Suhling ist schon seit 20 Jahren im Datenschutz-Business unterwegs. Seine Steckenpferde sind Managementsystemen (wer sich auskennt: ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001), deren Auditierung, Aufbau und Aufrechterhaltung – seit 2007 mit dem Datenschutz, sowie der Zertifizierung von Managementsystemen. Auf seiner Webseite schreibt er einen Blog und tut, was ihm am Herzen liegt: informieren, erklären, aufklären.

Willst Du ewig leben? Falls mal nach dir andere auf deine Daten wie Dokumente, Fotos oder Videos zugreifen sollen, überlege dir, deine Passwörter in einem verschlossenen Umschlag in einem Safe zu deponieren.“, gibt uns Peter Suhling zum Schluss als Tipp mit auf den Weg.


Fazit

Es gibt viele Wege, wie du dich vor Datenverlust schützen kannst. Das Wichtigste dabei ist: Beginne! Du brauchst hierfür keine IT-Ausbildung. Wähle für dich eine einfache Variante, die du regelmäßig anwenden kannst. Nur so wird deine Datensicherung aktuell bleiben.

Starte am besten noch heute:

  • Welche Daten will ich sichern und wie oft?
  • Welchen Cloud-Dienst will ich künftig nutzen? Oder
  • Wo besorge ich mir eine externe Festplatte?
  • Richte dir FreeFileSync ein.

Am besten trägst du dir gleich anschließend in deinen Kalender einen wiederkehrenden Termin ein, an dem du künftig den Knopf zum Synchronisieren drückst. Ich klicke den Button übrigens jedes Mal, bevor ich meinen Rechner herunterfahre.

Viele liebe Grüße schickt dir deine

Susanne_blau

 

 

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Beitragsfoto: Designed by Freepik

4 Responses so far.

  1. Werner sagt:

    Vielen Dank für die Hilfe mit FreeFileSync – ich wäre nie auf das Plus zum Hinzufügen der Ordner gestossen … Habe schon einiges an Software ausprobiert, und dieses Tool ist so schlicht und effektiv, wie ich mir das immer vorgestellt habe. Kann ich für Windowsnutzer nur empfehlen!

    • Susanne sagt:

      Hallo, lieber Werner,
      hab ganz herzlichen Dank für dein tolles Feedback! Mir geht es, wie dir, das tool ist einfach sehr praktisch, wenn man es einmal eingerichtet hat.
      Frohes Archivieren und alles Gute wünscht, Susanne

  2. Stefanie sagt:

    Liebe Susanne,

    einen tollen Beitrag hast du da verfasst. Datensicherung ist so ein wichtiges Thema- nicht nur bei Urlaubsfotos.

    Für Mac-Nutzer kann ich noch die Verwendung der TimeMachine empfehlen. Damit kann man auch ganz einfach externe Festplatten sichern. Allerdings nur, wenn man diese externen Festplatten nicht auch mit einem PC nutzen will. Die Formatierung muss stimmen.

    Dein Artikel hat mich wieder daran erinnert, dass ich meine Datensicherung noch optimieren kann… 🙂

    Eine schöne Woche wünscht
    Stefanie

    • Susanne sagt:

      Hallo, liebe Stefanie,
      ich stimme dir voll und ganz zu, dass eine Datensicherung generell wichtig ist. Nach meiner Erfahrung macht man sie dann regelmäßig, wenn es leicht geht. So können meine Leser, die einen Mac zu Hause nutzen, vielleicht auch deinen Tipp mit der TimeMachine ausprobieren. Vielen Dank für diesen Input! Am meisten freut es mich natürlich, wenn ich dich für den Ausbau deiner Sicherung motivieren konnte 🙂
      Ich wünsche dir einen tollen Start in die neue Woche,
      deine Susanne

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