Wer sich verfährt, sieht `was von der Welt!

Carolin Schuch in VenedigEs ist Donnerstag, der 25. Juni 2015, 16:45 Uhr. Ich bin unterwegs nach Wiesbaden, um mich dort mit einer Frau zu treffen. Ich habe sie im März über facebook kennengelernt. Heute treffen wir uns das erste Mal persönlich. Und jetzt lernst du sie kennen. Warum? Weil sie ebenfalls leidenschaftlich gerne reist, dabei fotografiert und es liebt, in Reise-Fotobüchern zu blättern.

Während ich noch auf der Autobahnausfahrt stehe, geht mir durch den Kopf: „Vieles im Leben lässt sich einfach nicht planen. Der erste, sehr nette virtuelle Kontakt genauso wenig, wie der der Stau, in dem ich mich gerade befinde.“ Mit diesen Gedanken rufe ich Carolin auf dem Handy an: „Das Navi sagt mir, ich bin in etwa 20 Minuten da.“ Aus den 20 wurden dann schnell 45 Minuten. Parkplatzsuche in der Wiesbadener Innenstadt zur Rush-Hour. Nun ja …

Über beide Ohren strahlend begrüßt mich Carolin im Heimathafen. Sie hatte es sich draußen schon gemütlich gemacht. Hausgemachte Limonaden sind deren Spezialität. Prima Rahmenbedingungen für unser Interview.

Liebe Carolin. Bevor wir uns dem Thema Reisen widmen, erzähle noch mal kurz, wer du bist und was du so machst?

Ich bin Carolin Schuch. Selbständig in der Finanzberatung, Hobbyfotografin und Seemannstochter.

Okay, das war wirklich kurz! Seemannstochter – gibt es das heutzutage noch?

Ja klar. Mein Vater war in seinem ersten Beruf Matrose. Sein Zuhause war die Welt. Nach dem er meine Mutter beim Spülen auf einem portugiesischen Campingplatz kennen gelernt hat, wurde er sesshaft. Nach einem Maschinenbaustudium wurde er schließlich Vermögensberater. Das ist jetzt 30 Jahre her. Die Sehnsucht nach der Welt wurde mir in die Wiege gelegt. Vielleicht liegt das anhaltende Fernweh aber auch an meinem Sternzeichen *lach* Die Schützen werden auch als „die Reisenden“ bezeichnet.

Das heißt, du hast schon viel von der Welt gesehen?

Bisher habe ich viele Ecken in Europa bereist. Eine Zeit lang habe ich in der Schweiz und in England gelebt. Am liebsten unternehme ich kurze Wochenendtrips.Gerne auch mit dem Zug, wenn die Anreise nicht länger als vier Stunden dauert.

Reisen muss nicht immer heißen, lange weg zu sein. Oft reicht ein ganzer Tag an einem fremden Ort, um das Fernweh eine Zeitlang zufrieden zu stellen. Gerne auch mal verrückt sein: Zum Frühstück nach Paris oder zum Fritten essen nach Brüssel. Meine Mädels und ich nutzen oft das Europa-Spezial-Ticket von der Deutschen Bahn. Diesen Sommer erfülle ich mir jedoch einen besonderen Traum. Es geht das erste Mal weiter weg. Den passenden Reiseführer habe ich schon durch. Die lese ich immer wie einen Roman.

Was ist dir denn beim Reisen besonders wichtig?

Intensität. Erlebnisse schaffen. Erinnerungen festhalten. Neues entdecken, meinen Horizont erweitern. Der Weg ist mein Ziel. Oft ist es auch einfach nur das Gefühl „unterwegs zu sein“, das mich glücklich macht. Reisen verbindet und schafft Situationen, die sonst nicht passieren würden, wie z. B. Fahrkartenautomaten im Ausland zu bedienen. Und Jahre später das: „Weißt du noch…“ Es soll ja Menschen geben, die sich fürchterlich aufregen, wenn sie sich mal verfahren. Ich plane das bewusst ein. Nur so entdecke ich wirklich etwas Neues von der Welt 😉

Der Spruch gefällt mir! Wenn du dich gerne an frühere Reisen erinnerst, fotografierst du doch auch sicher?

Oh ja! Täglich mit meinen iPhone, auch mal mit einer kleinen Digitalkamera. Im Urlaub oder bei bestimmten Anlässen gerne mit der Spiegelreflex. Fotografieren verbindet Menschen mit Orten und das über Jahre hinweg. Ganz egal, ob man gerade durch die Welt reist oder im Garten sitzt: Nie war es leichter, mit einer Kamera die schönen Momente einfach festzuhalten.

Was verstehst du unter schönen Erinnerungen?

Für mich sind das nicht die perfekten oder gestellten Fotos, sondern die Erinnerungen, die im Alltag verblassen würden: das Grillen bei den Nachbarn oder der Sundowner im Beach Club. Eben die Erlebnisse, die einem Leben Qualität geben. Ich komme aus einer Großfamilie, wir sehen uns regelmäßig. Da gibt es genug Anlässe für viele Fotos.

Wenn ich mir ein Foto anschaue und ich den Moment der Aufnahme abrufen kann, ich mich gut fühle … Die Erinnerungen werden mit der Zeit wertvoller. Das fällt mir auf, wenn ich ältere Bilder anschaue.

Was machst du mit den Fotos nach deiner Reise? Hast du irgendwelche Tipps für meine Leser?

Ganz wichtig: direkt sortieren. Am besten schon im Urlaub Unbrauchbares aussortieren. Aus der Auswahl erstelle ich mir dann ein Fotobuch. Früher hab ich alles in ein Album geklebt. Heute mache ich das wie du, mit einer Fotobuch-Software.

Ich sammle auch auf Reisen leidenschaftlich alles was mir in die Hände fällt. Die Visitenkarte vom Hotel, Stadtpläne, Eintrittskarten. Erst mit diesen Erinnerungsstücken wird mein Fotobuch komplett. Ich bin sehr kreativ, gestalte gerne. Ich nehme mir hierfür auch viel Zeit. Da kann ich abschalten, in Erinnerungen schwelgen und mich auf das fertige Buch freuen. Der schönste Moment ist, wenn mir der Postbote meine Urlaubserinnerungen überreicht. Sofort auspacken und drin blättern.

Was sich für mich auch sehr gut bewährt hat: Bis zur nächsten Reise sind alle Fotos bzw. das Fotobuch der letzten Reise fertig. Ein Trick für mich, um nichts auf die lange Bank zu schieben.

Das heißt, bis du das nächste Mal verreist, steht schon ein neues Fotobuch in deinem Regal. Das finde ich klasse! Und zwischen deinen Reisen arbeitest du dann etwas *zwinker* Du redest von „Abschalten“. Ist dein Job so stressig?

Eher anspruchsvoll. Meine Arbeit macht mir richtig viel Spaß. Ich kann mit Menschen zusammen arbeiten, lerne sie kennen, begleite sie. Darüber hinaus entwickle ich gerne Strategien … Meine kreative Seite kann ichaber erst so richtig bei meinen Fotos ausleben.

Reisen und Finanzen haben für mich vieles gemeinsam: Wenn du irgendwo neu bist, dich noch nicht so gut auskennst, schaust du erst einmal, wo dein aktueller Standort ist. Dann überlegst du dir, wo du hinmöchtest. Dabei kannst du natürlich jemanden fragen, der sich auskennt. Und dann wirst du einen Schritt nach dem anderen machen. Du entdeckst Neues, Spannendes und mit jedem Tag fühlst du dich sicherer. Wer seinen finanziellen Standort kennt, kann das Reisen noch mehr genießen.

Wer mit mir arbeitet und den Wunsch äußert, dass er gerne verreist und dafür ein bestimmtes Budget zur Verfügung haben möchte, dem zeige ich genau auf, welche Schritte er einhalten darf. Auch der richtige Umgang mit „Konsum“ ist ein Teil meiner Arbeit. In diesem Sinne kann man sogar Vermögen und Erinnerungen vergleichen – beides sind in meinen Augen Werte. Reisen ist eine Form vonKonsum, hierfür braucht es Geld.

Denn: Travel is the only thing you buy that makes you richer 🙂

Wenn ich dann später vor meinem Bücherregal stehe und die Buchrücken meiner Fotobücher lese, kann ich in Gedanken immer wieder verreisen. Ich habe mir eine Quelle an schönen Erinnerungen geschaffen, die ich jeden Tag wieder anzapfen kann. Das ist in meinen Augen unbezahlbar.

Erinnerungen sind unbezahlbar. Das waren wundervolle Schlussworte, liebe Carolin. Ich danke dir ganz herzlich für das Interview.Und natürlich wünsche ich dir schon heute eine wundervolle Reise!

Limonade im HeimathafenÜbrigens hat Carolin natürlich auch Fotos gemacht, während wir in Wiesbaden im Heimathafen saßen und uns über Reisen und Fotografieren unterhalten haben. Auch eine schöne Erinnerung 😉

Du möchtest dich mit Carolin vernetzen und regelmäßig Tipps für den Umgang mit Geld erhalten? Am besten besuchst du hierzu ihre facebook-Seite: Carolin Schuch, DVAG

Welchen Wert hat für dich das Reisen? Was sind denn für dich schöne Erinnerungen? Lass uns an deinen Gedanken teilhaben und hinterlasse heute mal einen Kommentar direkt unterhalb dieses Interviews.
Mach dir noch einen schönen Sonntag und genieße den Sommer!

Herzliche Grüße von und in die bunte Welt,

deine

Susanne Kumm

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