• Ich habe etwas ganz Dummes getan!

    UrlaubssündenHeute bekenne ich mich zu allen Urlaubssünden, die ich bis vor etwa 8 achten Jahren begangen habe. Weil „man“ das doch so tut, habe ich fast nichts ausgelassen. Heute stelle ich mir die Frage: Wer ist dieser „man“ eigentlich? Und was der mit mir zu tun? Die Fehler meiner Vergangenheit, die ich heute mit dir teile, haben dennoch ein Gutes: Nachdem ich sie einmal gemacht hatte, wusste ich genau: Nicht mit mir – nie wieder!

    Ich lade dich heute ein zum Mitlachen, Reflektieren und Erfahrungen sammeln. Lehn dich zurück, der Flieger voller Sommertouristen setzt zur Landung an. Gleich wird geklatscht.

    Pauschalurlaub

    Mit einem festen Budget gehe ich ein Reisebüro und bestelle meine Reise wie am Drive-In-Schalter: Einmal 14 Tage Urlaub im Süden, deutsches Personal und dazu einen Begrüßungscocktail – ohne Eis. Zum gleich buchen bitte. Ab jetzt kreuze ich jeden Tag im Kalender ab, bis es endlich losgeht.

    Übergepäck

    In meinen Koffer lege ich alles, was ich im Urlaub brauchen werde. Der Koffer ist ungefähr halb voll. Dann geh ich noch mal in mich und packe im zweiten Schritt auch noch die Dinge ein, die ich eventuell und für den Notfall benötige. Jetzt geht der Koffer kaum mehr zu und ich bete bereits jetzt, beim Check-In kein Übergepäck zahlen zu müssen.

    Erster!

    Am Flughafen. Ich warte ungeduldig auf den Moment, in dem am Flughafenterminal jemand das Mikrofon in die Hand nimmt. Ich springe sofort auf. Hektisch nach meiner Handtasche greifend starte ich einen imaginären Wettkampf mit Usain Bolt, um auch ja als erste im Flugzeug zu sitzen. Geschafft!

    Hoteltransfer

    Zwei Blockbuster und ein Tomatensaft später landet der Flieger unter tosendem Geklatsche am Urlaubsort. Ich bin froh, dass ich am Zielflughafen von einem Sammelbus abgeholt werde. Nicht lange überlegen, suchen oder sogar nach dem Weg fragen. Ich habe schließlich Urlaub.

    Fehlersuche

    Bin ich dann angekommen, schaue ich zuerst, ob auch alles einwandfrei ist. Auf einem Zettel notiere ich mir: der Wasserhahn tropft, 3 Pflastersteine auf dem Weg zum Pool sind etwas locker – Stolpergefahr. Besonders lästig ist der feine Sand am Strand, der an mir klebt wie ein alter Kaugummi an der Schuhsohle.

    Frust

    Die Notizen mache ich natürlich nicht zum Spaß! Das alles schreibe ich mir für die spätere Hotelbewertung auf. Aber ich mache auch schon vor Ort meinem Ärger Luft. Das Hotelpersonal darf sich alle Einzelheiten zu meiner Rückmeldung zum Zustand des Buffetgeschirrs anhören und muss mir versichern, dass sich darum sofort jemand kümmert.

    Vergleichen

    Ein Urlaub ist dann besonders gut, wenn alles so ist, wie zu Hause. Also lege ich den Fokus auf alles, was dem nicht entspricht: Mein Kopfkissen, der Kaffee und ganz wichtig ist auch das Brot. Es gibt im Süden einfach kein gutes Brot.

    Hotelbuffet

    Überhaupt, das Essen ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. „Andere Länder, andere Sitten!“, denke ich mir. Das gilt wohl auch für das Essen. Ich lasse mich drauf ein und fülle mir die zweite Portion Pommessalat auf den Teller. Auf die Idee, außerhalb des Hotels zu essen, komme ich erst gar nicht. Schließlich haben mein Freund und ich ja „All inclusive“ gebucht.

    Reisebegleitung

    Dass ich immer mit meinem Partner verreise, steht im Grundgestz unserer Beziehung. Mit einer Freundin oder sogar ganz allein in den Urlaub, das macht „man“ doch nicht!

    Einsamkeit

    Da ich ja nun endlich mal Zeit mit meinem Freund habe, machen wir auch 14 Tage nichts anderes, als aufeinander zu hocken. Irgendwie fühlen wir uns fremd und einsam unter all den Leuten. Die anderen haben Spaß und wir versauern auf den Barhockern im spacigen Hotelpool. Darauf ein Prosit. Ich lächle gezwungen.

    Reiseprogramm

    Ich greife nach meiner Tasche und dem Plan für den nächsten Tag. Es ist alles genau getaktet. Von der Abfahrt des Fotosafari-Busses bis hin zum Budget für das Mittagessen (dass wir heute ausnahmsweise mal auswärts zu uns nehmen – oh Gott!). Es muss eben immer was los sein, wenn man im Urlaub ist.

    Scheuklappen

    So ein Reiseplan hilft auch dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich lese den Reiseführer unentwegt. Erst vor Kirche x oder Mauer y erhebt sich mein Blick und ich rezitiere die wichtigsten Jahreszahlen, Könige und Entdeckungen, die hierzu wichtig sind. Was um mich herum passiert, ist nicht wichtig. Wenn es das wäre, würde es ja im Reiseführer stehen.

    Trägheit

    Ein ganzer Tagesausflug ist anstrengend. Es ist schließlich heiß und ausruhen gehört auch zum Urlaub. Müdigkeit macht sich breit und ich liege wieder faul am Pool. Ich fühle mich träge wie ein Sumpfalligator, der nur darauf wartet, dass die Buffetglocke wieder zum Essen läutet.

    Zeit

    Meine Uhr gibt auch im Urlaub den Takt an. Aufstehen, essen, wann kommt der Bus, wann geht die Sonne unter. Immer schön im Rhythmus bleiben. Habe ich die Uhr nicht um, informiert mich alternativ mein Handy. Es sagt mir sogar, wer mir alles einen schönen Urlaub wünscht und wer sich schon auf meine Rückkehr freut. Ich bin immer erreichbar und bleibe mit einem Fuß zu Hause bei den Liebsten.

    Selbstverständlichkeit

    Ich nehme alles als gegeben hin. Der Sommerurlaub ist Teil meines Arbeitsvertrags. Sowohl die Zeit in Form von Urlaubstagen als auch das Geld werden mir hierfür bereitgestellt. Ich muss also erholt und gut gelaunt wieder zurück kommen. Ansonsten habe ich was falsch gemacht. Dennoch könnte ich im nächsten Urlaub etwas anders machen. Was mit weniger Pommessalat. Vielleicht.


    Fazit

    Es ist so einfach, einen richtig doofen Urlaub zu verbringen. Mir ist das damals selber gar nicht aufgefallen. Allein schon deshalb, weil ja ein paar 100 andere Hotelgäste genau das gleiche getan haben, wie ich. Ich hoffe, dass deine Urlaubssünden schon weit zurück liegen. Trete deine Reise mit dem Ziel an, dass es dir gut geht. Ganz egal, wie alle anderen verreisen. Es ist deine Zeit. Die verbringst du am besten mit den Menschen und den Dingen, die dein Herz erfüllen. Das ist der beste Wege für deine schönsten Urlaubserinnerungen.

    Was würdest du nie wieder tun? Woraus hast du gelernt und machst es heute ganz bewusst anders? Ich lade dich ein, darüber zu schreiben, zu lachen und diese Dinge mit einem Augenzwinkern zu verabschieden. Ich freue mich über deinen Kommentar unter diesem Blogartikel! Verrate mir, worüber du am meisten gelacht hast …

    Ganz und gar nicht pauschale Grüße schickt dir,

    deine

    Susanne Kumm

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8 Antworten bisher.

  1. Jana sagt:

    Liebe Susanne,

    irgendwie kommen mir deine Urlaubssünden bekannt vor … besonders der Punkt Reiseprogramm … schließlich bin ich im Urlaub, an einem fremden Ort und da muss ich mir dann auch alles anschauen … Ich will doch nach meinem Urlaub allen erzählen wie schön es da ist, wo ich war …. Da ich ja lernfähig bin, kann ich sagen, dass ich diesen Punkt in den letzten Jahren entspannter leben kann und zwar so, dass ich am Ende auch noch erholt bin 🙂

    Danke für deine Artikel, der mir ein leichtes Schmunzeln ins Gesicht gezaubert hat.

    Mit sonnigen Grüßen
    Jana

    • Susanne sagt:

      Liebe Jana,
      ich freue mich mit dir, dass du deine Entwicklung auf Reisen so von außen beobachten kannst und einen Weg gefunden hast, dich noch besser zu erholen. Man „muss“ ja eigentlich gar nichts im Urlaub machen … auch ein Sich-Treiben-Lassen kann eine Bereicherung für Körper und Seele sein. Was du erlebt hast und wie es dir ergangen ist, bleibt deine wunderbare Erinnerung 🙂
      Schmunzelnde Grüße,
      deine Susanne

  2. Liebe Susanne,
    witziger Beitrag!
    Wobei man natürlich einen Pauschalurlaub auch als tollen Urlaub empfinden kann. Jeder legt ja seine eigene Messlatte an, wie er sich erholen möchte 🙂

    Liebe Grüße
    Leonie

    • Susanne sagt:

      Hallo, liebe Leonie,
      das sehe ich genau wie du! Jede Reise hat ihre ganz besonderen Vorzüge, so auch die pauschal gebuchten Urlaube. Damals habe ich den Urlaub genossen und mich auch erholt. Heute lasse ich mich gerne mal treiben oder überraschen, was ich damals gar nicht konnte. Der Artikel war ne tolle Gelegenheit, mal die „alte Susanne“ zu zeigen. Und ich freue mich sehr, dass ich euch damit auch zum Lachen bringe 🙂
      Liebe Grüße schickt dir,
      deine Susanne

  3. Stefanie sagt:

    Liebe Susanne,

    das ist ein sehr treffender Bericht und ich muss zugeben: ich habe sowas auch schonmal gemacht 🙂

    Es liegt glücklicherweise viele, viele Jahr in der Vergangenheit, aber tatsächlich war es fast exakt so, wie in deiner Liste. 😉

    Leider hatten wir damals kein Mittagessen dazugebucht, so dass die Zeit zwischen Frühstück und Abendessen immer ziemlich lang wurde. Am Pool oder gelangweilt vor dem Fernseher im Hotelzimmer.

    Danke- du hast mich zum Schmunzeln gebracht… 🙂

    Alles Gute,
    Stefanie

    • Susanne sagt:

      Liebe Stefanie,
      es freut mich sehr, zu lesen, dass ich dich zum Schmunzeln bringe!
      Wenn du von deiner frühreren Reise(n) schreibst, klingt das für mich, als hätten eure Mägen sich gefreut, als ihr wieder zu Hause wart und es dann was gab, wenn ihr Hunger hattet. Und nicht, „wenn´s zum Buffet ruft“ 🙂
      Wünsch dir einen tollen Start in die neue Woche, liebe Grüße,
      deine Susanne

  4. Hallo liebe Susanne,

    ja, da beschreibst Du ein Phänomen recht humorvoll. Manchmal könnte man meinen, die Leute fahren nur fort um zu reklamieren. Natürlich kann das, wenn man Glück hat den Reisepreis mindern. Leider – Menschen sind halt so.

    Mir fällt da eine Begeenheit ein, da haben wir eine Entschädigung erhalten und ich denke zurecht.

    Wir waren auf der Fahrt von Swaziland nach Plettenberg Bay (Südafrika). Die Reiseleiterin erklärte, dass mit der Reservierung in Plettenberg Bay etwas schief gelaufen wäre und wir in einer Lodge im Tzizikama Nationalpark übernachten würden.

    So weit so gut. Inzwischen hat es angefangen zu regnen und die Stimmung in der Gruppe sank. Wir erreichten unsere Unterkunft, die aus vielen 2stöckigen 1 1/2 Zimmer Häuschen bestand. Bewohnt waren die, uns zugewiesenen Hüttchen, schon länger nicht mehr. Es roch muffig, feucht, einfach ungemütlich.

    Die Zimmerdecke bestand aus grob gezimmerten Balken, weiß gekalkt. Als die oberen Räume bezogen wurden, rieselte daraus allerhand herunter. Trotz Insektenspray, der da rumstand, war ich am nächsten Morgen ziemlich zerstochen.

    Im Restaurant konnten wir à la carte essen.
    Neben einer verlockenden 1/2 Ente, frisch, knuspsrig gebraten (lt. Speisekarte) gab’s noch verschiedene Steaks vom Rind, Kudu und Springbock. Die halbe Ente hatte keine Brust mehr, die Keule war ebenfalls fast rausgeschnitten – also hauptsächlich ungenießbare Knochen mit braunem Überzug, was Soße sein sollte. Die Rindersteaks, in Südafrika eigentlich spitze, waren sauer, so kurz vor dem verwesen.

    So – nun wurde es insgesamt ungemütlich bis fast laut. Mit Mühe konnte die Reiseleiterin die aufgebrachte Gruppe dazu überreden, nicht sofort loszufahren, sondern erst am nächsten Morgen.

    Dieser Begebenheit mit allem drum und dran habe ich folgenden Spitznamen verpasst:
    Tzizikama Flohzirkus. Wenn die Bezeichnung heute bei uns fällt, fängt mein Mann sofort an zu lachen.

    Viele liebe Grüße
    Gisela

    • Susanne sagt:

      Hallo, liebe Gisela,
      danke für deine Rückmeldung. Es freut mich, wenn ich dich zum Lachen bringe:-)

      Wie schön, dass du dein doch sehr spezielles Erlebnis aus Südafrika, mit mir und den anderen Lesern teilst! Eure Reiseleiterin hat sicher händeringend versucht, euch trotz der Umstände eine gute Unterkunft zu präsentieren. Eine veraltete Lodge und dazu das unappetitliche Essen wünsch ich ja niemanden. In solchen Momenten ist man gefordet, damit umzugehen. Ich denke, dass Wichtigste in so einem Moment ist, einen Weg zu finden, sich zu entspannen. Solche und andere Dinge passieren. Sie sind kein Grund, an die Decke zu gehen oder der Startschuss, einen Schuldigen zu bestimmen. Eine freundliche Rückmeldung oder bei gravierenden Dingen nach einem Nachlass zu fragen, wäre aus meiner Sicht schon eine Art, sofern es mir angemessen erscheint. In eurem Fall wusstet ihr ja, dass es eine Notlösung und vor allem nur vorrübergehend ist.

      Ich findes es jedenfalls echt klasse, wie ihr damit umgegangen seid und es heute noch tut. „Geb dem Kind einen Namen!“ und es wird zu einem Teil von dir. Es ist doch toll, dass ihr heute über den „Tizikama Flohzirkus“ lachen könnt *haha*

      Ganz liebe Grüße schickt dir, deine Susanne

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