• Wie du Spuren hinterlassen kannst

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    Bunte Taschen

    Ansonsten kannst du hier einfach mit dem Lesen starten:

    Wenn ich an Spuren hinterlassen denke, kommt mir sofort ein Bild in den Kopf: Füße im Sand. In meinem Blogbeitrag heute geht es um mehr: Nicht vergänglich sollen unsere Spuren sein. Nicht bei der ersten Welle wieder verschwinden. In diesem Beitrag möchte ich deine Aufmerksamkeit auf die kleinen Dinge bringen. Auf das, was im ersten Moment unwichtig erscheint. Beiläufigkeiten. Aber gerade diese Dinge können voller Freude und Tiefe stecken. Begegnungen, Wertschätzung und Anteilnahme.

    Was ich damit meine, werde ich dir am besten über eine kleine Geschichte erzählen. Sie trägt den gleichen Titel, wie mein Blogbeitrag:

    Spuren hinterlassen

    Quelle: Stiegler Herbert, nach einem afrikanischen Märchen, leicht umgeschrieben

    Es war einmal ein Vater, der zwei Söhne hatte. Je älter und gebrechlicher er wurde, desto mehr dachte er über sein Leben nach. Und manchmal kamen ihm Zweifel, ob er seinen Söhnen wohl das Wichtigste für ihr Leben weitergegeben hatte.

    Weil ihn diese Frage nicht losließ, beschloss der Vater, seine Söhne mit einem besonderen Auftrag auf eine Reise zu schicken. Er ließ sie zu sich kommen und sagte: „Ich bin alt und gebrechlich geworden. Meine Spuren und Zeichen werden bald verblassen. Nun möchte ich, dass Ihr in die Welt hinaus geht und dort Eure ganz persönlichen Spuren und Zeichen hinterlasst.“

    Die Söhne taten, wie ihnen geheißen und zogen hinaus in die Welt. Der Ältere begann sogleich eifrig damit, Grasbüschel zusammenzubinden, Zeichen in Bäume zu schnitzen, Äste zu knicken und Löcher zu graben, um seinen Weg zu kennzeichnen. Der jüngere Sohn jedoch sprach mit den Leuten, denen er begegnete, er ging in die Dörfer und feierte, tanzte und spielte mit den Bewohnern.

    Da wurde der ältere Sohn zornig und dachte bei sich: „Ich arbeite die ganze Zeit und hinterlasse meine Zeichen, mein Bruder aber tut nichts.“

    Nach einiger Zeit kehrten sie zum Vater zurück. Der nahm dann gemeinsam mit seinen Söhnen seine letzte und beschwerliche Reise auf sich, um ihre Zeichen zu sehen. Sie kamen zu den gebundenen Grasbüscheln. Der Wind hatte sie verweht und sie waren kaum noch zu erkennen. Die gekennzeichneten Bäume waren gefällt worden und die Löcher, die der ältere der beiden Söhne gegraben hatte, waren fast alle bereits wieder zugeschüttet.

    Aber wo immer sie auf ihrer Reise hinkamen, liefen Kinder und Erwachsene auf den jüngeren Sohn zu und freuten sich, dass sie ihn wiedersahen und luden ihn zum Essen und zum Feiern ein.

    Am Ende der Reise sagte der Vater zu seinen Söhnen: „Ihr habt beide versucht, meinen Auftrag, Zeichen zu setzen und Spuren zu hinterlassen, zu erfüllen. Du, mein älterer, hast viel geleistet und gearbeitet, aber deine Zeichen sind verblichen. Du, mein jüngerer, hast Zeichen und Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Diese bleiben und leben weiter.“

    Ich habe diese Geschichte das erste Mal gehört, als ich für ein paar Tage in einem Yoga-Haus im Allgäu verbringen durfte. Wenn ich irgendwo neu bin und mich noch etwas fremd fühle, denke ich gerne an den zweiten Sohn. In dem wir anderen Menschen begegnen, sich für sie interessieren und Aufmerksamkeit schenken, laden sie uns ein. In ihr Haus, in ihr Leben und manchmal sogar in ihre Herzen.

    Wie einfach das manchmal sein kann, möchte ich dir in einer kleinen Anekdote erzählen. Da sich das besser anhört, als es sich liest, erzähle ich dir das lieber über diese Audioaufnahme:

    Die Geschichte von der schwäbischen Handtasche

    Vielleicht hast du jetzt noch keine direkte Idee, wie du Spuren hinterlassen kannst, wenn du auf Reisen bist. Dann probiere doch mal folgendes aus:

    Spuren auf der Zunge

    Wenn du etwas besonders Leckeres gegessen hast, frage den Kellner oder den Koch, wie die bestimmte Zutat oder das Gericht in der Landessprache heißt. Oder du erzählst, wie du zu Hause etwas ganz anderes aus diesen Zutaten zauberst. Komme ins Gespräch.

    Spuren in Buchstaben

    Lass im Foyer eines Hotels ein Buch von dir zurück. Eins, dass du auf der Reise gelesen hast. Schreibe für den nächsten Leser eine kleine Nachricht auf die erste Seite. Lasse etwas los, damit sich daraus etwas Neues entwickeln kann.

    Spuren im Herzen

    Wenn du im Urlaub unterwegs bist, hast du sicherlich auch schon Menschen bei ganz alltäglichen Dingen beobachtet. Einkaufen, Wäsche aufhängen oder ähnliches. Nutze die Gelegenheit, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Frage sie, wo man frisches Obst bekommt oder eine ganz besondere, lokale Spezialität. Frage sie nach etwas, was du gerne wissen möchtest. Oft ergeben sich hieraus ganz tolle Begegnungen und Gespräche. Erlebe die Menschen.

    Ist dir beim Lesen eine besondere Erfahrung oder Begegnung eingefallen? Was sind deine Ideen, wie man auf Reisen Spuren hinterlassen kann? Ich freue mich, wenn du deine Gedanken mit uns allen teilst. Und ganz besonders freue ich mich, wenn du sie in einem Kommentar unter diesen Blogbeitrag schreibst.

    Erlebe deine Welt.

    Von Herzen ganz liebe Grüße schickt dir,

    deine

    Susanne_blau

     

     

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5 Antworten bisher.

  1. […] Ende der Reise ging es Richtung Norden. Wir haben hier ein paar ganz persönliche Spuren hinterlassen. Aber auch dieses Erlebnis bringt mich heute noch zum Schmunzeln: Hinter dem Hotel sehen wir ein […]

  2. Lilli Mixich sagt:

    Liebe Susanne

    Ganz toller Artikel. Mir gefällt besonders wie Du den Text mit dem podcast gemischt hast und eine kleine gesprochene Geschichte als Teil Deines Artikels besondere Neugierde erzeugt. Und die Länge ist gerade recht, Deine Stimme toll. Vielen Dank für das gute Vorbild. Du hast mich inspiriert.

    Alles Liebe weiterhin für Dich
    Lilli

    • Susanne sagt:

      Liebe Lilli,
      mir geht das Herz auf 🙂 Hab lieben Dank für deine Rückmeldung. Tatsächlich war der Mix aus Text und Ton mal ein Versuch für meine Leser. Ich freue mich, wenn es dir (und vielleicht anderen?) gefällt! Und dass ich dich sogar noch inspiriert habe, ist eine besondere Freude für mich. Genieße deine Reise, die du gerade unternimmst, alles Liebe schickt dir,
      deine Susanne

  3. Hallo liebe Susanne,

    bei deiner Geschichte vom „Handtäschle“ habe ich mich als ursprüngliche Schwäbin gleich heimlich gefühlt 😉 Deine Idee, ein Buch mit einer persönlichen Nachricht für jemand unbekannten zu hinterlassen, finde ich sehr schön.

    Ich persönlich würde mich auch total freuen, wenn jemand so etwas für mich hinterlässt. Mit Einheimischen in Kontakt zu treten bedeutete für mich bisher eher eine Hürde, doch im nächsten Urlaub werde ich deine Ratschläge einmal beherzigen und einmal über meinen eigenen Schatten springen. Mal schauen, was passiert…

    Liebe Grüße,
    Melanie

    • Susanne sagt:

      Hallo, meine liebe Melanie,
      das ist total cool, wenn du aus dem Blogbeitrag gleich Ideen und Mut für neue, kleine Abenteuer mitnehmen konntest! Wow 🙂 Ich bin mir sicher, dass sich die anderen freuen, dich kennen zu lernen. Und wer weiß, vielleicht hat dir schon jemand auf der nächsten Reise einen kleinen Gruß hinterlassen. Einfach mal schauen …
      Hab lieben Dank für deinen netten Kommentar!
      Ganz liebe Grüße,
      deine Susanne

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