• Reise bis ans Ende der Welt

    Sri Lanka Horton PlainsDie ersten Tage auf Sri Lanka sind überwältigend und spannend, so viele neue Eindrücke prasseln auf uns ein: das feucht-warme Klima, die knallig bunten Saris der Frauen, die melodische Sprache der Singhalesen und durch die Straßen knattern unzählige Tuktuks. Sie sind DAS Fortbewegungsmittel auf der Insel und bringen uns in den kommenden Tagen an Orte, die wir mit dem Auto längst nicht erreicht hätten.

    Doch vorerst steigen wir ins Auto unseres Guides. Er heißt Lakshman, gebürtig aus Colombo, ist ausgesprochen hilfsbereit und begleitet uns jeden Tag zu neuen Ausflugszielen. Da sind zum Beispiel der Golden Temple in Dambulla, in ein Reisbauerndorf, wo wir lernen, wie man Reis anbaut oder auch auf eine spannende Tour durch eine Gewürzplantage.Sri LankaDie erste Hälfte des Urlaubs liegt bereits hinter uns, als wir unsere Reise mit dem Zug in Richtung Süden fortsetzen. Es ist Freitagmorgen und nicht nur wir, sondern auch viele Einheimische wollen am Wochenende in die kühle Hochebene fahren. Die Waggons sind überfüllt, was erklärt, warum wir keine Sitzplätze mehr reservieren konnten. Die „Klimaanlage“ funktioniert erstaunlich gut (Deckenventilatoren und alle Fenster geöffnet) und sorgt für frischen Wind auf der Fahrt.

    Zug nach EllaWährend sich der Zug durch die Teeplantagen die Berge schlängelt, lese ich in meinem Reiseführer von einem ganz besonderen Ort in der zentralen Hochebene von Sri Lanka: die Horton Plains. Nicht ohne Grund wird der Nationalpark als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet: eine reiche Artenvielfalt mit hohem Anteil endemischer Tiere und Pflanzen wird in meinem Buch angekündigt. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Tag …

    Noch etwas geschlaucht von der langen Zugfahrt machen wir uns am nächsten Morgen gegen neun Uhr auf. Am Himmel hängen tiefe, dunkle Regenwolken. Wir fahren mit dem Auto von Nuwara Eliya etwa eine Stunde bis wir das Eingangsportal der „Offenen Ebene“ erreichen. So nennen die einheimischen den Nationalpark, in dem sich neben ein paar Highlights auch die letzten Reste des tropischen Bergnebelwalds Sri Lankas befinden. Der Nebel ist laut Reiseführer auch der Grund, weshalb wir uns vor 11 Uhr am „Big World´s End“ einfinden sollten – eine der Attraktionen im Park mit einem atemberaubenden Ausblick. Aufgrund des schlechten Wetters am Morgen, stellen wir uns sicherheitshalber auf eine Null-Sicht ein und lassen uns dafür Zeit bei der Anreise. Als der Himmel kurz vor 10 Uhr aufreißt, machen wir einen Fotostopp mit einem wunderbaren Blick auf den Adams Peak – der höchste Berg Sri Lankas.

    Sri Lanka Horton PlainsEs geht ein starker Wind, als wir den Parkplatz vor dem Haupteingang des Nationalparks erreichen. An der Eingangskontrolle wird schnell deutlich, welchen Naturschatz wir gleich betreten werden: Plastikflaschen, Tüten und sogar Bonbonpapiere bleiben draußen. Nach ein paar Schritten ins Naturidyll stehen wir vor der großen Übersichtstafel und entscheiden uns für den gesamten Rundweg im Uhrzeigersinn: Little World´s End, Big World´s End und zum Schluss zu den Baker´s Falls. Und los geht´s …

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    Schnell stellen wir fest, dass wir auf über 2.000 m wandern: Das Atmen fällt etwas schwer. Wir schalten einen Gang runter, denn auch der Weg ähnelt jetzt mehr einem ausgeschürftem Flussbett als einem gemütlichen Wanderweg. Hier und da halten wir an und bewundern die vielen Vögel, bunte Schmetterlinge und bizarre Pflanzen und Blüten. Um uns herum befinden sich der zweit- und dritthöchste Berg der Insel. Eine Kamera ist hier ein absolutes Muss!

    Pflanzen Horton Plains Sri Lanka Vögel Schmetterling Vögel Vögel

    Als wir gegen 11:30 Uhr „Big World´s End“ erreichen, können wir unseren Augen kaum glauben: Absolut freie Sicht! Wir schauen an der knapp 1.000 m tiefen und begrünten Felswand hinunter. Ich setze mich auf eine der Bänke und mein Blick geht weit in die grüne und wasserreiche Ebene, bis ich am Horizont tatsächlich das Meer erahnen kann. Nachdem wir weitere Fotos gemacht und noch einmal die Sonnencreme aufgefrischt haben, führt uns unsere Wanderung weiter durch die hügelige Landschaft.

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    Schließlich ändert sich die Flora noch einmal deutlich, als wir den schattigen Wald betreten. Ein sehr steiler Anstieg, gefolgt von vielen herabführenden Stufen bringen uns zum größten Wasserfall in den Horton Plains: die Baker´s Falls. Der etwa 20 m hohe Wasserfall ist umsäumt von großen Farnen und vielen hohen Bäumen. Auch wenn es noch so verlockend ist, baden dürfen wir hier nicht. Wir erfahren stattdessen, wie wichtig das Wasser in diesem Park für Sri Lanka ist. Die drei größten Flüsse der Insel entspringen in den Horton Plains: Mahaweli, Kelani und der Walawe.

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    Nach einer kurzen Rast machen wir uns auf den letzten Teil unseres Rundwegs. Nach über vier Stunden (inklusive vieler Fotostopps) stärken wir uns im Kiosk am Haupteingang mit Rotis (Singalesisches Fastfood, sog. „shorteats“) und einem „Milktea“. Auf dem Weg zum Auto lande ich noch einen Glückstreffer mit meiner Kamaera: ein junger Sambar-Hirsch läuft mir direkt vor die Linse.

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    Dann ist es Zeit für die Rückfahrt. Die heutige Reise bis ans „Ende der Welt“ hat mein Herz für die wundervolle Natur und die Tiere Sri Lankas um viele Erinnerungen bereichert. Jetzt kann ich es kaum erwarten auch die anderen Nationalparks (Uda Walawe und Yala) sowie den Regenwald Sinharaja Forest zu erkunden …


    Nach dieser kleinen Abenteuerreise hole ich dich erst einmal wieder zurück ins Hier und Jetzt. Vielleicht möchtest du auch Sri Lanka – was so viel bedeutet wie „strahlend leuchtendes Land“ – kennen lernen und die Herzlichkeit der Einheimischen und die wunderbare Natur erleben … Schreib mir einfach eine Nachricht, wenn du Fragen hast oder wende dich direkt an Marco Stahl (www.1001reise.net), der für uns die Natur-Rundreise geplant hat.

    Wenn du selbst schon einmal auf Sri Lanka warst, schicke ich mir ein oder zwei deiner Lieblingsfotos. Gerne veröffentliche ich Sie hier mit in diesem Blogartikel.

    So, nun wünsche ich dir einen tollen Start in den Sommer, den wir so vermisst haben!

    Herzliche Grüße und: Schöne Fernweh!

    Deine

    Susanne Kumm

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